Komparatistik Online

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Über eine literarische Allzweckwaffe

Laetitia Rimpau lädt ein zum literarischen Streifzug durch die Bedeutung des Lachens von Homer bis Beckett


Anthologien bestehen nicht nur aus dem Material, das sie präsentieren. Es schwingt auch immer das Ausgelassene mit – und jeder Leser entdeckt nicht nur neue Aspekte im Vorhandenen, sondern auch das Fehlende, das seiner Meinung nach unbedingt zur Sammlung gehören müsste. Eine Kompilation zum Lachen „von Homer bis Beckett“ vorzulegen, also den Rahmen von 800 vor Christus bis 1989 zu spannen, bedeutet unter diesen Auspizien eine besondere Herausforderung. Laetitia Rimpau hat das Unternehmen gewagt – und ein Buch vorgelegt, das seinen Rezipienten Wesentliches und Neues bietet.
Der Clou der Darstellung ist, dass es sich nicht einfach um „noch eine“ Textsammlung handelt, die Komiktheorien zusammenführt (eine solche bietet z. B. Helmut Bachmaier, Texte zur Theorie der Komik, Stuttgart 2005) oder Theorien kommentiert (wie dies Manfred Geier, Worüber kluge Menschen lachen. Kleine Philosophie des Humors, Reinbek 2006 tut). Rimpau bietet mehr, wenn sie programmatisch einen „literarischen Streifzug“ (so der Untertitel der Sammlung) offeriert und vor allem textinhärentes Lachen, also das Lachen der Figuren in den literarischen Texten selbst in den Mittelpunkt rückt. Dies geschieht mit dem Anspruch, die Zeugen aus den unterschiedlichsten Literaturen zur vergleichenden Betrachtung zur Verfügung zu stellen, und es ist diese Einladung dazu, neue, komparatistische Sichtachsen zu entdecken, die die Kompilation auszeichnet.



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