Matthias N. Lorenz: Distant Kinship

zu: Matthias N. Lorenz: Distant Kinship - Entfernte Verwandtschaft. Joseph Conrads "Heart of Darkness" in der deutschen Literatur von Kafka bis Kracht. Stuttgart (Metzler 2017), 546 S

  • Thomas Schwarz

Abstract

Rezension zu: Matthias N. Lorenz: Distant Kinship - Entfernte Verwandtschaft. Joseph Conrads "Heart of Darkness" in der deutschen Literatur von Kafka bis Kracht. Stuttgart (Metzler 2017), 546 S.

Die Habilitation des Berner Literaturwissenschaftlers Matthias N. Lorenz untersucht die intertextuelle Auseinandersetzung mit Joseph Conrads "Heart of Darkness" (1899) im deutschen Sprachraum. Intertextualität fasst Lorenz im Anschluss an Ulrich Broich und Manfred Pfister als "bewusst intendierte" und "deutlich signalisierte Beziehungen" zwischen Texten (10). In einem 'close reading' kommen zunächst Zeitgenossen Conrads zur Sprache. Auf eine Latenzzeit der Conrad-Rezeption in der Nachkriegszeit folgt in den 80er Jahren eine Renaissance. Das längste Kapitel ist den Conrad-Lektüren von sieben Autorinnen und Autoren aus den Jahren 1986-2012 gewidmet. Hier leuchtet Lorenz feministische, kapitalismuskritische und postkoloniale Transformationen von "Heart of Darkness" aus. Schließlich rückt das Thema der Traumatisierung von Europäern in der Konfrontation mit Gewalt in Afrika in den Mittelpunkt der Betrachtung.

 

Veröffentlicht
2018-03-19