Dalibor Matanić

Ein Regisseur zwischen Neorealismus und Handycam

  • Marijana Erstić

Abstract

 

Im vorliegenden Artikel geht es darum, den Film Zvizdan/Mittagssonne (2015) des kroatischen Regisseurs Dalibor Matanić vorzustellen. Der in Deutschland bekannteste Film Matanićs ist vermutlich der Film Fine mrtve djevojke/Schöne tote Mädchen (Matanićs zweiter Film aus dem Jahr 2002). Bei Fine mrtve djevojke handelt es sich um einen sog. ‚Independent‘-Film, mit dem dieser im Jahr 1975 in Zagreb geborene Regisseur die Homosexualität in einer sehr provinziellen, kleinbürgerlichen Umgebung Zagrebs behandelte. Mit diesem Film gewann Matanić auf dem Filmfestival in Pula im Sommer 2002 alle drei Hauptpreise – den der Jury, den des Publikums und den der Kritik.  Auch der Film Zvizdan fand internationale Anerkennung und der Regisseur erhielt 2015 in Cannes den Ersten Preis in der Kategorie Un certain regard. Aber auch mit anderen seiner Filme positioniert sich der durchaus kontroverse Regisseur in die erste Liga der kroatischen Filmemacher und schreibt an einer Geschichte des europäischen filmischen Realismus mit. Das ausgewählte Film-Beispiel des gefeierten Regisseurs wird im Folgenden im Hinblick auf seinen spezifischen Realismusgehalt analysiert.

Veröffentlicht
2020-06-23
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Artikel