Neue HeldInnen. Identitätsverlust und Identitätsfindung zwischen den Welten

  • Iris Gassenbauer
Schlagworte: Held <Motiv>, Heldin, Identität <Motiv>, Phantastische Literatur

Abstract

Welten  im  Rahmen  fantastischer Literatur  brechen  an  der  einen  oder anderen Stelle mit der außerliterarischen Welt und unterscheiden sich von ihr meist darin, dass sie als deviante Welten wahrgenommen und von den LeserInnen  nicht  mehr  für  das  Abbild  der  extrafiktionalen  Welt  gehalten werden.  Ganz  gleich,  ob  die  fantastische  Welt  ihre  Abweichung  dadurch erhält,  da  sie  in  einer  fernen  Zukunft  oder  einem  alternierenden  Geschichtsgang, einem anderen Realitätssystem oder gar  einer ganz neu geschaffenen Umgebung angesiedelt ist, das ‚Andere‘ ist für die Unterscheidung  von  der  außerliterarischen  Realität  notwendig. In  manchen  besonderen  Fällen  ist  die  Erzählung  aber  nicht  auf  bloß  eine  Welt  beschränkt, sondern breitet sich auf zwei oder mehrere Welten als Handlungsorte aus.
Parallelweltliteratur umfasst sowohl Texte, in denendurch das Einbrechen des wunderbaren Anderen eine „Welt in der Welt“ erschaffen wird, ähnlich wie es in Homers Odyssee, Swifts  Gulliver’s Travels, oder, um ein neueres Beispiel zu nennen, Neil Gaiman’s  Neverwhereder Fall ist, als auch jene Texte, in denen eine Welt gänzlich verlassen wird und sich der Handlungsort auf eine neue, von der ursprünglichen Welt abgekoppelte, alleine stehende  Welt  verlagert.  Als  Exempel  hierfür  wäre  neben  James  M.  Barries Peter  Pan auch  das  Grimm’sche  Märchen  der  Frau  Holle  zu  nennen.  Im Folgenden  wird  das  Augenmerk  ausschließlich  auf  Parallelwelttexten  der letzteren Kategorie liegen, da also mindestens zweivon einander getrennte Welten als Handlungsort eingesetzt sind und da ein Wechsel der ProtagonistInnen zwischen den Welten die inhaltsgebende Struktur bringt.

Veröffentlicht
2013-01-01