Life Writing im Künstlerbuch
Abstract
Die produktive Auseinandersetzung mit dem Projekt eines zu schreibenden oder eines sich selbst schreibenden Lebens manifestiert sich unter anderem in künstlerischen Praktiken der Buchgestaltung. Erkundet wird dabei vielfach das Buch als lebensbegleitendes Objekt (als Notizbuch, Tagebuch, Chronik, Archiv etc.). Einen aufschlussreichen Sonderfall unter den künstlerisch gestalteten Lebens-Büchern sind Künstler-Bücher, mit denen es um die jeweils produzierende Instanz geht. Als Beispiele vorgestellt werden Christian Boltanskis „La vie impossible“, Paul Steins Lebens-Bücher-Projekt und David Tufnells Kompilation aus den „Notebooks“ von David Robilliard. Diese Buchwerke oszillieren zwischen der Suggestion eines ‚authentischen Dokumentierens‘ und der Betonung konstruktiver Arbeit am Material. Dabei sind Strategien der relativierenden Brechung, des Abbruchs, des Entzugs für sie charakteristisch.
