Graphische Literatur und Autobiographie
Synmediales Life Writing zwischen Faktualität und Fiktionalisierung
Abstract
Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts finden sich zahlreiche Beispiele für autofiktionale Literatur im Bereich von Text-Bild-Medien, nämlich Graphic Novel, Comic und BD. Diese werden in der Literaturwissenschaft u.a. als autobiocomics, autobioBD, BD autobiographique bezeichnet, wobei all diese Gattungsbezeichnungen terminologisch die Nähe zur traditionellen literarischen Autobiographie offenlegen. Und so zeichnen auch diese literarischen Medienkombinationen gewöhnlich ebenfalls den individuellen Lebensweg und Werdegang eines Individuums nach, das eine Namensgleichheit mit der jeweiligen Autorin oder dem jeweiligen Autor aufweist. Zugleich scheint die terminologische Vielfalt jedoch auch auf die Komplexität der aktuellen autobiographischen bzw. autofiktionalen graphischen Literatur hinzuweisen.
Der Beitrag ist einem konkreten Beispiel für autofiktionales Schreiben gewidmet. Flix’ Comic held (2002). Es soll dabei danach gefragt werden, wie hier individuelle Lebenserfahrungen medial inszeniert werden und wie die jeweilige Selbstdarstellung gestaltet ist. Auch soll diskutiert werden, ob sich Lejeunes Theorie des pacte autobiographique und Doubrovskys Konzept der autofiction auf diese Neukonzeption autobiographischen Schreibens anwenden lässt.
