„What the author does not know“

Autofiktion, Konfession und Komplizität bei Karl Ove Knausgård, Annie Ernaux und Shela Heti

Authors

  • Daniel Weidner Halle

Abstract

Autofiktion hat heute Konjunktur. Zahlreiche AutorInnen greifen zu autofiktionalen Schreibwesen, die auch in der Literaturwissenschaft seit gut zwei Jahrzehnten starke Aufmerksamkeit erfahren, und der ursprünglich spezielle und betont artifizielle Ausdruck diffundiert in die Alltagssprache. Von ‚Autofiktion‘ spricht längst nicht nur die Forschung, sondern auch die Literaturkritik, inzwischen sogar die literarische Selbsthilfe, in der man verschiedene Onlinekurse zum autofiktionalen Schreiben besuchen kann. Umlagert ist diese Konjunktur von einer breiten und routinierten Diskussion, ob autofiktionales Schreiben Ausdruck eines neuen Realismus ist, in dem vor allem vorher marginalisierte Erfahrungen zur Sprache kommen, oder nur Spiegel des gesellschaftlichen Narzissmus, in dem auch Literatur eben immer nur über sich selbst reden könne. Und es ist ja tatsächlich auch alles andere als unwahrscheinlich, dass wir aus dieser Form des Schreibens etwas über die Kultur des Selbst in der Spätmoderne erfahren, die sich hier zum Ausdruck bringt, nur ist vermutlich die Alternative schlecht gestellt und sowohl Enthusiasmus wie Pathologisierung kaum hilfreich.

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Published

2026-11-04